
Die nächste Arbeit, die begonnen wird, ist eine Beschreibung der Simulation von Selbstorganisation und Dezentralisierung. Eine Erweiterung der Turtle-Grafik von Logo führte Mitchell RESNICK zu StarLogo. Die Erweiterung besteht darin, Hunderte und Tausende von Turtlen gleichzeitig laufen zu lassen. Der Programmierer steuert aber keine einzelne Turtle selbst. Die Turtlen bewegen sich über einen Untergrund aus nicht sichtbaren Zellen, die - je nach Festlegung - irgendwelche Reize vermitteln, auf die die Turtlen ihr Verhalten verändern oder in spezieller Weise reagieren.
Diese Technik ermöglicht die Simulation von biologischen dezentralisierten Systemen. Dazu gehört die Entstehung von Schleimpilzen (siehe Abb.), die Ausbreitung einer Viruserkrankung, das Entstehen von Termitenhügeln oder die Ausbreitung eines Waldbrandes. Eine nicht biologische Simulation ist die Entstehung eines Verkehrsstaus. Diese Beispiele sind in StarLogo-Kreisen sehr gut bekannt und es ist verhältnismäßig leicht, darüber (allerdings auf Englisch) informiert zu werden. Wir versuchen eine Simulation zu erstellen, die die Entstehung der Formation eines Vogelschwarms ermöglicht. Auch dieses ist ein dezentralisiertes Problem: Es gibt in dem Vogelschwarm keinen »Leitvogel«, der alles unter Kontrolle hat. Dabei benutzen wir StarLogo in der eToys-Form Kedama.
Von Marcus Denker erfuhr ich, dass StarSqueak wegen des leistungsfähigeren
Kedamas nicht weiterentwickelt wird, weshalb dieser Teil des Tutorials
sehr wahrscheinlich auf Kedama aufbauen wird. Es gibt allerdings schon
eine sehr gute deutsche Anleitung, die bei www.squeak.de unter Dokumentation
Tutorials zu finden ist (deutsche Übersetzung des englischen
Originals). Wir sind damit blendend zurechtgekommen. Wir konzentrieren
uns daher auf das - vielleicht weniger bekannte - Beispiel des Vogelzugs.
Alter: Auf jeden Fall obere Sekundarstufe I und Oberstufe
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